Bauschutt oder Baumischabfall? Unterschiede, Abfallschlüssel und Kosten
Beim Containerbestellen fällt die wichtigste Entscheidung oft nebenbei: Bauschutt oder Baumischabfall? Der Unterschied sieht klein aus und entscheidet über den Preis. Ein falsch befüllter Container kann die Rechnung vervielfachen. Hier steht, was wohin gehört, damit Ihnen das nicht passiert.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Bauschutt | Baumischabfall | |
|---|---|---|
| Inhalt | Mineralisch und sortenrein | Gemisch verschiedener Bauabfälle |
| Abfallschlüssel (AVV) | 17 01 01, 17 01 02, 17 01 03, 17 01 07 | 17 09 04 |
| Verwertung | Aufbereitung und Recycling | Sortier- bzw. Vorbehandlungsanlage |
| Fremdstoffe | Praktisch keine erlaubt | Bauschutt höchstens ca. 15 % |
| Preis pro Tonne (Richtwert) | ca. 25–65 € | ca. 110–220 € |
Was gehört in den Bauschutt-Container?
- Beton, Ziegel, Ziegelbruch
- Fliesen, Mauerreste, Mörtel
- Sanitärkeramik
- Gesteinsbrocken
Putz: Anbieter ordnen Putzreste unterschiedlich zu. Mancher nimmt sie zum Bauschutt, mancher zum Mischabfall. Fragen Sie vorher nach.
Porenbeton: Ytong und Gasbeton sind bei vielen Anbietern eine eigene Kategorie, ebenso Betonbruch und Estrich mit und ohne Stahl. Wer Bauschutt bestellt, sollte das Material vorab nennen.
Wichtig: Schon geringe Mengen Holz, Metall, Gips, Folie oder Verbundstoffe können dazu führen, dass der Container nicht mehr als Bauschutt gilt.
Was gehört in den Baumischabfall-Container?
Alles, was nicht sortenrein mineralisch ist, aber auch kein Gefahrstoff:
- Unbehandeltes Holz, Paletten, Altmöbel
- Kunststoffe, Folien, Rohre, Verpackungen
- Metalle und Kabel
- Papier, Pappe, Textilien, Teppich- und Tapetenreste
- Reiner Bauschutt in kleinen Mengen (höchstens etwa 15 %)
Umgekehrt gilt: Baumischabfall und Bauschutt dürfen nicht im selben Container vermischt werden, wenn Sie Bauschutt bestellt haben.
Was darf in keinen der beiden?
Einige Stoffe haben eigene Abfallschlüssel und eigene Preise. Sie gehören laut Entsorgern nicht in den normalen Baumischabfall-Container und erst recht nicht in den Bauschutt:
| Stoff | Abfallschlüssel | Preis (Richtwert) |
|---|---|---|
| Dämmmaterial (nicht Mineralwolle mit KMF) | 17 06 04 | ca. 90 bis 180 €/t |
| Bitumengemische | 17 03 02 | Sondergebühr, im Beispiel ca. 245 €/t |
| Asbest in Bauabfällen (gefährlich) | 17 06 05* | ca. 350 bis 650 €/t |
| Gips und Gipskarton | 17 08 02 | je nach Anlage |
Ein Stern hinter dem Schlüssel kennzeichnet gefährliche Abfälle, die mit Begleitschein entsorgt werden. Außerdem gehören Farben, Lacke, Holzschutzmittel, Kraftstoffe, Elektroschrott, Batterien und Leuchtstoffröhren in keinen Baucontainer. Lesen Sie dazu Asbest, Dämmwolle und Dachpappe entsorgen.
Der rechtliche Hintergrund
Dass Entsorger so streng trennen, hat einen Grund. Die Gewerbeabfallverordnung verlangt, Bau- und Abbruchabfälle getrennt zu halten. Laut einem Merkblatt der Stadt Schwabach gehören zu den Fraktionen unter anderem Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik, Holz, Glas, Kunststoff, Metalle, Dämmmaterial, Bitumengemische und Gips. Ausnahmen gibt es, wenn die Trennung technisch unmöglich oder wirtschaftlich unzumutbar ist, etwa bei sehr kleinen Mengen. Solche Ausnahmen müssen dokumentiert werden.
Gemischte Abfälle gehen anschließend in eine Vorbehandlungs- oder Aufbereitungsanlage. Für Mischungen, die überwiegend aus Beton, Ziegel oder Fliesen bestehen, ist das eine Aufbereitungsanlage. Für Gemische mit viel Kunststoff, Metall oder Holz ist es eine Vorbehandlungsanlage. Das erklärt den Preisunterschied: Mischabfall muss aufwendig sortiert werden, Bauschutt wird gebrochen und als Recyclingmaterial wiederverwendet. Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.
Warum falsche Befüllung so teuer wird
Enthält ein Bauschutt-Container Fremdstoffe, rechnet der Entsorger ihn in der Regel komplett als Mischabfall ab, nicht nur den belasteten Teil. Zwei Rechnungsbeispiele zeigen den Effekt:
- Ein 7-m³-Container steigt dadurch von rund 400 auf rund 1.100 Euro.
- Bei 5 Tonnen Material und Tonnenpreisen von 48 Euro (Bauschutt) gegenüber 158 Euro (Mischabfall) macht der Unterschied 240 gegenüber 790 Euro, also 550 Euro Mehrkosten.
Dazu kommen Sortier-Aufschläge von etwa 60 bis 180 Euro pro Stunde. Im ungünstigen Fall verweigert der Fahrer sogar die Abholung. Bei Asbestfunden müssen Sie den Containerdienst sofort informieren, denn dann sind Sachkundiger, Begleitschein und Sonderentsorgung nötig.
So vermeiden Sie das
- Trennen Sie schon beim Rückbau: Bauschutt, Holz, Metall und Restmüll getrennt sammeln.
- Bestellen Sie bei größeren Projekten zwei Behälter, zum Beispiel einen Bauschutt-Container und einen Big Bag für den Rest.
- Lassen Sie sich Abfallart und Abfallschlüssel vor der Lieferung schriftlich bestätigen.
- Fotografieren Sie den befüllten Container vor der Abholung.
- Sagen Sie Helfern und Handwerkern klar, was in den Container darf.
- Bewahren Sie den Wiegeschein auf. Er belegt Gewicht, Datum und Abfallart.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bauschutt und Baumischabfall?
Bauschutt besteht aus mineralischen Baustoffen wie Beton, Ziegel und Fliesen und lässt sich recyceln. Baumischabfall ist ein Gemisch verschiedener Bauabfälle, etwa Holz, Kunststoff, Metall oder Verpackungen, und muss in einer Sortieranlage aufbereitet werden.
Darf ich Bauschutt in den Baumischabfall-Container geben?
Ja, aber nur in kleiner Menge. Als Faustregel nennen Entsorger höchstens etwa 15 Prozent reinen Bauschutt im Mischabfall-Container.
Wie viel teurer ist Baumischabfall?
Pro Tonne ist Mischabfall drei- bis fünfmal so teuer: Für reinen Bauschutt werden etwa 25 bis 65 Euro, für Baumischabfall etwa 110 bis 220 Euro pro Tonne genannt.
Wohin mit Gipskarton, Dämmwolle und Dachpappe?
Diese Stoffe gehören laut Entsorgern nicht in den normalen Baumischabfall-Container. Fragen Sie Ihren Containerdienst nach einem passenden Behälter oder dem Entsorgungsweg.
Welchen Abfallschlüssel hat Baumischabfall?
Gemischte Bau- und Abbruchabfälle, die nicht gefährlich sind, tragen den Abfallschlüssel 17 09 04.
Muss ich als Privatperson Bauabfälle trennen?
Die Gewerbeabfallverordnung nennt Erzeuger und Besitzer von Bau- und Abbruchabfällen. Unabhängig von der Rechtslage trennen Sie am günstigsten, weil sauberer Bauschutt viel weniger kostet als Mischabfall. Lassen Sie sich im Zweifel von Ihrem Entsorger beraten.
Wie vermeide ich Streit über die Einstufung?
Lassen Sie die Abfallart vor der Bestellung schriftlich festhalten, am besten mit Abfallschlüssel. Fotografieren Sie den befüllten Container vor der Abholung und bewahren Sie den Wiegeschein auf.
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