Dachpappe, Dämmwolle, Asbest: Sonderabfälle richtig entsorgen
Bei Sanierungen in Altbauten stößt man irgendwann auf Material, das nicht in den normalen Container darf: Asbestzementplatten, Glas- und Steinwolle, alte Dachbahnen. Diese Abfälle sind gesundheitsgefährdend und haben eigene Entsorgungswege. Wer sie falsch entsorgt, riskiert hohe Kosten und rechtliche Folgen. Hier steht, wie es richtig geht.
Asbest: Was Privatpersonen dürfen und was nicht
Asbest wurde bis zum Verbot Anfang der 1990er-Jahre verbaut. Dachplatten, Fassadenplatten und Rohre aus Asbestzement (oft "Eternit" genannt) sind fest gebunden. Das ist der Fall, bei dem Privatleute unter Auflagen selbst anliefern dürfen:
- Platten vor dem Ausbau leicht befeuchten
- Nicht brechen, sägen oder zerschlagen
- In reißfeste, staubdichte Behälter verpacken: Asbest-Big-Bags mit Warnaufdruck oder Plattenbags, luftdicht verschlossen
- Nur Kleinmengen am Wertstoffhof, häufig im Bereich von etwa 0,25 bis 2 m³ oder bis rund 500 kg je nach Satzung
Beispiel: Ein Landkreis nimmt Asbestzement aus Privathaushalten bis 0,25 m³ für 12 Euro an. Größere Mengen gehen an Entsorgungsanlagen, die oft einen Übernahme- oder Begleitschein verlangen.
Schwach gebundener Asbest, etwa in Brandschutzplatten, Dichtungsschnüren oder Fliesenklebern, sowie alte Nachtspeicheröfen darf nur ein zertifizierter Fachbetrieb entfernen.
Glas- und Steinwolle (Mineralwolle)
Alte Mineralwolle kann Fasern freisetzen. Deshalb gilt: nie in den Baumischabfall-Container und nie lose anliefern.
- Am Entstehungsort befeuchten, damit keine Fasern fliegen
- Staubdicht in KMF-Säcke oder Big Bags verpacken und verkleben
- Getrennt von anderen Abfällen anliefern, unverpackte Wolle wird abgewiesen
Kosten (regionale Beispiele): In einem Landkreis kosten Big Bags für Mineralwolle 7 Euro pro Stück. Bei der Abgabe wurden unter 400 kg bis zu 40 Euro pro Kubikmeter verlangt, ab 400 kg rund 450 Euro pro Tonne. Ein anderer Entsorger rechnet für kleine Mengen bis 90 kg pauschal 50 Euro ab. Die Spanne zeigt: Vergleichen Sie vorher.
Dachpappe und Dachbahnen
Hier kommt es darauf an, ob die Bahn Teer enthält. Dachbahnen waren bis in die 1970er-Jahre oft mit Steinkohlenteer getränkt. Teer enthält krebserregende Stoffe und zählt zum gefährlichen Abfall. Bitumenbahnen ohne Teer sind günstiger zu entsorgen.
| Art (AVV) | Verpackung | Kosten (Beispiel Bodenseekreis) |
|---|---|---|
| Bitumenhaltig, ohne gefährliche Inhaltsstoffe (17 03 02) | Unverpackt, Kantenlänge max. 1 m | 290 €/t, bis 90 kg pauschal 15 € |
| Teerhaltig (17 03 03*) | Im neutralen Sack oder Big Bag, max. 0,5 m | 760 €/t, bis 90 kg pauschal 40 € |
| Asbesthaltig (17 06 05*) | Asbest-Big-Bag | 990 €/t, bis 90 kg pauschal 50 € |
* gefährlicher Abfall. Bei Verdacht auf Teer, Asbest oder Mineralfasern ist abhängig vom Alter eine Analyse nötig. In diesem Beispiel dürfen Privatleute Kleinmengen unbekannten Alters bis 200 kg ohne Analyse abgeben, sie werden dann als potenziell asbesthaltig entsorgt und müssen in einen kleinen Asbest-Big-Bag verpackt sein. Ein solcher Big Bag kostet dort 10 Euro, ein Schutzset mit Anzug, Handschuhen und Staubmaske etwa 3 bis 10 Euro.
Was Sie auf keinen Fall tun sollten
- Die Stoffe in den Baumischabfall- oder Bauschutt-Container werfen
- Asbestplatten brechen, sägen oder bohren
- Lose anliefern, ohne Verpackung
- Auf Verdacht arbeiten, ohne Alter und Zusammensetzung zu klären
Falsche Entsorgung kann nicht nur teuer werden, sondern auch strafbar sein. Im Zweifel fragen Sie Ihren Entsorger oder einen Fachbetrieb.
Und der Containerdienst?
Für diese Stoffe gibt es normalerweise keine normalen Container. Manche Entsorger bieten Spezialbehälter oder die Abholung in Asbest- und KMF-Big-Bags an, oft gegen Aufpreis. Klären Sie das vor der Bestellung. Wie Sie den normalen Container richtig befüllen, steht im Ratgeber Bauschutt oder Baumischabfall.
Häufige Fragen
Darf ich Eternitplatten selbst entsorgen?
Fest gebundenen Asbestzement dürfen Privatleute unter Auflagen in Kleinmengen anliefern: befeuchtet, nicht gebrochen und in Asbest-Big-Bags oder staubdichter Folie verpackt. Mengengrenzen und Gebühren legt der Entsorger fest.
Wohin mit alter Glaswolle und Steinwolle?
Staubdicht in KMF-Säcken oder Big Bags verpackt zum zuständigen Entsorger. In den Baumischabfall-Container gehört sie nicht.
Ist Dachpappe Sondermüll?
Bitumenhaltige Dachbahnen sind meist normaler Abfall. Teerhaltige Dachpappe, die bis in die 1970er-Jahre verbaut wurde, zählt zum gefährlichen Abfall.
Was kostet die Entsorgung?
Das streut stark. Beispiele: Asbestzement bis 0,25 m³ für 12 Euro, Mineralwolle unter 400 kg bis 40 Euro je m³, Dachbahnen im Kleinmengenbereich 15 bis 50 Euro. Fragen Sie vor Ort.
Wann muss ein Fachbetrieb ran?
Bei schwach gebundenem Asbest, etwa in Brandschutzplatten, Dichtungsschnüren oder Fliesenklebern, und bei alten Nachtspeicheröfen.
Containerdienst in Ihrer Region finden