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Bauschutt entsorgen: Kosten für Container, Deponie und Big Bag

Aktualisiert am 25.10.2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Garage abgerissen, Mauer weg, Bad entkernt: Bauschutt fällt schneller an, als man denkt, und er ist schwer. Die Entsorgung setzt sich aus zwei Blöcken zusammen: Miete für den Container und Gebühr für die Entsorgung nach Gewicht. Wer beides auseinanderhält, kann Angebote sauber vergleichen und sieht sofort, wo ein günstiger Preis herkommt.

Kurz gesagt: Reiner Bauschutt kostet in der Entsorgung etwa 25 bis 65 Euro pro Tonne. Für einen 7-m³-Container kommt im Beispiel einer Rechnungs-Analyse ein Preis von rund 600 Euro brutto heraus. Teuer wird es erst, wenn Fremdstoffe dabei sind: Dann gilt der Mischabfall-Tarif für den ganzen Container.

Was zählt überhaupt zu Bauschutt?

Bauschutt ist mineralisches Material ohne Schadstoffe:

  • Beton, Ziegel und Ziegelbruch
  • Mauerreste, Mörtel und Putzreste
  • Fliesen und Keramik, etwa Waschbecken und WC
  • Gesteinsbrocken und Natursteine

Zwei Sonderfälle sollten Sie kennen. Betonbruch und Estrich werden von manchen Entsorgern getrennt angenommen, je nachdem, ob Bewehrungsstahl darin steckt. Und Porenbeton (Ytong, Gasbeton) ist bei vielen Anbietern eine eigene Kategorie, auch der dazugehörige Dünnbettmörtel. Fragen Sie vorher, ob Ihr Material zum Bauschutt zählt.

Holz, Metall, Gips, Folien, Dämmstoffe und Dachpappe gehören nicht dazu. Sie machen aus Bauschutt Mischabfall. Die Details stehen im Ratgeber Bauschutt oder Baumischabfall.

Abfallschlüssel und Tonnenpreise

Jede Abfallart hat einen sechsstelligen Abfallschlüssel (AVV). Er steht später auf dem Wiegeschein und entscheidet über den Tonnenpreis. Für mineralische Bauabfälle sind diese Schlüssel gängig:

SchlüsselAbfallartTonnenpreis (Richtwert)
17 01 01Beton, sortenreinca. 25 bis 45 €/t
17 01 02Ziegelje nach Anlage
17 01 03Fliesen und Keramikje nach Anlage
17 01 07Gemische aus Beton, Ziegel und Fliesen ohne Schadstoffeca. 35 bis 65 €/t
17 09 04Gemischte Bau- und Abbruchabfälleca. 110 bis 220 €/t

Quelle: Tonnenpreise 2026 aus einer Rechnungs-Analyse von kostenlose-erechnung.de. Die Gebühren legt die jeweilige Anlage fest.

Die letzte Zeile zeigt, warum die Einstufung so wichtig ist: Gemischte Bauabfälle kosten pro Tonne etwa das Drei- bis Fünffache von sauberem Bauschutt.

So setzen sich die Kosten zusammen

Eine Containerrechnung besteht in der Regel aus vier Posten:

  • Anlieferung und Abholung: In einer Beispielrechnung lagen beide bei je 95 Euro netto.
  • Stellgebühr: Die Miete für die Standzeit, im Beispiel 6 Euro pro Tag.
  • Standzeit-Zuschlag: Erst wenn die enthaltenen Tage überschritten sind, meist nach 7 bis 14 Tagen. Er liegt bei kleinen Absetzcontainern etwa bei 4 bis 12 Euro pro Tag, bei mittleren Mulden bei 12 bis 20 Euro.
  • Entsorgung: Die Gebühr wird nach Gewicht berechnet, nicht nach Volumen. Grundlage ist der Wiegeschein mit Datum und Uhrzeit.

Bei einem Festpreis sind diese Posten zu einem Betrag zusammengefasst. Das ist bequem, aber nicht automatisch günstiger. Fragen Sie nach der Gewichtsgrenze und danach, was bei Überschreitung passiert. Mehr dazu: Festpreis oder nach Gewicht?

Wie schwer ist Bauschutt wirklich?

Ein Kubikmeter Bauschutt wiegt im Mittel rund 1,15 Tonnen, je nach Material zwischen 800 und 1.500 Kilogramm. Das ist ein Mittelwert: Beton ist schwerer, Fliesen und Ziegelbruch mit Hohlräumen leichter. In einer Beispielrechnung wogen 7 m³ Bauschutt im Container 4,8 Tonnen, das sind knapp 0,7 Tonnen pro Kubikmeter. Der Container war also nicht randvoll mit Beton, sondern mit lockerem Material.

Beim Planen hilft eine zweite Faustregel: Wenn das Material bereits aufgeschüttet liegt, schlagen Sie etwa 30 Prozent auf das gemessene Volumen auf, damit es in den Container passt. Und rechnen Sie damit, dass große Container mit schwerem Beton gar nicht komplett gefüllt werden dürfen, weil das zulässige Transportgewicht begrenzt.

Rechenbeispiele für 3 bis 10 m³

Die Tabelle rechnet mit Richtwerten für Miete und Entsorgung und einem vollen Container bei 1,15 t pro m³. Sie zeigt die Größenordnung, keine verbindlichen Preise.

GrößeMieteEntsorgung (voll)Summe ca.
3 m³100–150 €ca. 104–207 €200–360 €
5 m³150–200 €ca. 173–345 €320–545 €
7 m³200–300 €ca. 242–483 €440–785 €
10 m³300–400 €ca. 345–690 €645–1.090 €

Ein konkretes Beispiel aus einer Rechnungs-Analyse für einen privaten Kunden: 7 m³ Bauschutt (Gemisch aus Beton, Ziegel und Fliesen), 14 Tage Standzeit:

  • Anlieferung 95,00 € + Stellgebühr 84,00 € + Abholung 95,00 €
  • Entsorgung 4,8 t × 48,00 €/t = 230,40 €
  • Netto 504,40 €, Umsatzsteuer 95,84 €, brutto 600,24 €

Zum Vergleich: Bei Festpreisen nennen Marktübersichten für einen 5-m³-Container mit Bauschutt etwa 350 bis 600 Euro inklusive Miete und Entsorgung, Startpreise einzelner Anbieter liegen bei rund 200 bis 300 Euro. Die Zahlen passen zusammen, wenn man beachtet, dass Festpreise teils ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen werden.

Zusatzkosten

  • Sondernutzungserlaubnis für Container auf öffentlichem Grund: In den meisten Städten werden etwa 50 bis 70 Euro pro Woche genannt, im Einzelfall bis rund 200 Euro (Genehmigung).
  • Halteverbotszone: etwa 25 bis 40 Euro pro Tag, dazu rund 50 Euro für die Schilder (Halteverbotszone).
  • Sortier-Aufschlag: Wenn der Entsorger nachsortieren muss, werden etwa 60 bis 180 Euro pro Stunde Sortierpersonal berechnet.
  • Genehmigungsservice des Containerdienstes: nimmt Ihnen den Antrag ab, kostet aber meist mehr als der Antrag selbst.
  • Fehlbefüllung und Leerfahrt: siehe Was kostet ein Container?

Getrennt halten: Was die Gewerbeabfallverordnung verlangt

Auf Baustellen gilt eine Pflicht, die viele Heimwerker nicht kennen: Die Gewerbeabfallverordnung verlangt, bestimmte Bau- und Abbruchabfälle getrennt zu sammeln. Dazu zählen laut einem Merkblatt der Stadt Schwabach unter anderem Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik, Holz, Glas, Kunststoff, Metalle, Dämmmaterial, Bitumengemische und Gips. Eine Ausnahme gilt, wenn die Trennung technisch unmöglich oder wirtschaftlich unzumutbar ist, etwa bei sehr kleinen Mengen. Bei Projekten mit insgesamt bis 10 m³ Abfall braucht es keine Dokumentation, die Trennung bleibt aber sinnvoll.

Für Sie als Privatperson heißt das vor allem: Wer Handwerker beauftragt, sollte klären, wer die Entsorgung übernimmt und ob die Abfälle getrennt gesammelt werden. Wer selbst entsorgt, spart mit sauberer Trennung am meisten (Bauschutt oder Baumischabfall). Das ist eine Zusammenfassung, keine Rechtsberatung.

Alternativen: Big Bag und Wertstoffhof

Big Bag. Für kleine Mengen, etwa nach der Badsanierung, ist ein Big Bag oft die bessere Wahl. Mit rund 100 bis 200 Euro pro Sack inklusive Abholung und Entsorgung bleibt der Platzbedarf klein. Mehr dazu: Big Bag oder Container?

Wertstoffhof. Kleinere Mengen können Sie häufig selbst anliefern. Welche Mengen angenommen werden und was das kostet, legt die Kommune oder die Anlage fest. Rufen Sie vorher kurz an. Ein regionales Beispiel finden Sie im Ratgeber Wetterau.

Tipps zum Sparen

  1. Sauber trennen. Reiner Bauschutt kostet pro Tonne nur einen Bruchteil von Mischabfall.
  2. In Tonnen denken. Rechnen Sie das Gewicht mit, nicht nur die Kubikmeter.
  3. Angebote vergleichen. Fragen Sie immer nach Festpreis, Standzeit und Gewichtsgrenze.
  4. Eigenes Grundstück nutzen. Das spart Genehmigung und Halteverbot.
  5. Klein anfangen. Für Mengen unter einem Container prüfen Sie Big Bag oder Eigenanlieferung.
  6. Wiegeschein aufbewahren. Er belegt Gewicht und Abfallart. Bei Streit ist er Ihr wichtigster Nachweis.

Häufige Fragen

Was kostet es, Bauschutt im Container zu entsorgen?

Rechnen Sie Containermiete und Entsorgungsgebühr zusammen. Für einen 5-m³-Container ergeben sich bei voller Beladung grob 320 bis 545 Euro. Anbieter mit Festpreis nennen für 5 m³ häufig 350 bis 600 Euro, Startpreise liegen bei rund 200 bis 300 Euro.

Wird Bauschutt nach Volumen oder nach Gewicht berechnet?

Die Entsorgung wird nach Gewicht abgerechnet, die Container werden nach Volumen vermietet. Ein Kubikmeter Bauschutt wiegt im Mittel rund 1,15 Tonnen, je nach Material zwischen 800 und 1.500 Kilogramm.

Was kostet die Entsorgung pro Tonne?

Für reinen Bauschutt werden etwa 25 bis 65 Euro pro Tonne genannt. Sortenreiner Beton liegt am unteren Ende (etwa 25 bis 45 Euro), Gemische aus Beton, Ziegel und Fliesen darüber (etwa 35 bis 65 Euro). Die Gebühren legt die jeweilige Entsorgungsanlage fest.

Welchen Abfallschlüssel hat Bauschutt?

Gängig sind 17 01 01 (Beton), 17 01 02 (Ziegel), 17 01 03 (Fliesen und Keramik) und 17 01 07 (Gemische daraus ohne Schadstoffe). Gemischte Bau- und Abbruchabfälle haben den Schlüssel 17 09 04.

Lohnt sich ein Big Bag statt eines Containers?

Bei kleinen Mengen oft ja. Big Bags werden mit etwa 100 bis 200 Euro pro Sack inklusive Entsorgung genannt, brauchen wenig Platz und meist keine Genehmigung. Bei größeren Mengen wird der Container günstiger.

Was passiert, wenn Fremdstoffe im Bauschutt landen?

Dann kann der gesamte Container als Mischabfall abgerechnet werden. In einem Rechnungsbeispiel stieg ein 7-m³-Container dadurch von rund 400 auf rund 1.100 Euro. Zusätzlich können Sortierkosten anfallen.

Ist Porenbeton (Ytong) Bauschutt?

Bei vielen Anbietern nicht. Porenbeton ist häufig eine eigene Abfallart. Fragen Sie vor der Bestellung nach, ob Ihr Material in den Bauschutt-Container darf.

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Quellen: Rechnungs-Analyse von kostenlose-erechnung.de (Tonnenpreise 2026, Beispielrechnung), Merkblatt der Stadt Schwabach zur Gewerbeabfallverordnung, sanier.de sowie hausjournal.net und wohnglueck.de (Abruf Oktober 2026). Preise sind Richtwerte und ändern sich laufend. Alle Angaben ohne Gewähr, Preise und Regeln unterscheiden sich je nach Region und Anbieter.